Ferienregion - Österreich/Tirol - Serfaus-Fiss-Ladis


FERIENREGION Serfaus-Fiss-Ladis





 
Reisezeitraum: 05.07.2008 - 12.07.2008

Auf UrlaubTest-Reise waren Georg (42), Ilse (36) Jannick (10) und Bastian (8)

Wir hatten uns sehr auf unseren Urlaub in den Tiroler Bergen gefreut, aber leider waren die Wetteraussichten alles andere als rosig: die ganze Woche sollte es leicht, an manchen Tagen sogar stark regnen. Na prima! Wir ließen uns davon aber nicht abschrecken und fuhren am Samstag gegen 15:30 Uhr bei strahlendstem Sonnenschein und sommerlichen 30 Grad in Köln los. Die Abfahrtszeit hatten wir absichtlich so gewählt, um dem Urlauberstau in Richtung Süden zu entgehen. Der Plan ging auf! Lediglich ein paar Baustellen bremsten unsere Fahrt, uns so waren wir um 22:00 Uhr in Füssen am Autobahnende. Von da an ging es über Landstraßen weiter. Wir passierten die Zugspitze, erklommen den staufreien Fernpass, fuhren bis Ried auf der Landstraße weiter (dann braucht man keine Autobahnvignette), schlängelten uns die eindrucksvollen Haarnadelkurven den Berg hinauf und erreichten schließlich um 23:30 Uhr Serfaus. Das Auto parkten wir in der hoteleigenen Tiefgarage, der Nachtportier half uns mit dem Gepäck, und kurz darauf lagen wir alle vier im kuscheligen Bett und freuten uns darauf, am nächsten Morgen endlich die Berge zu sehen.

Ich wachte als Erste auf, weil die Sonne mir mitten ins Gesicht schien, und schlich mich leise zum Fenster. Der Ausblick war atemberaubend: saftig grüne Wiesen und dahinter die majestätischen Berge – und das alles bei wundervollem Sonnenschein! Sollte sich der Wetterfrosch etwa geirrt haben? Die Orte Serfaus, Fiss und Ladis sind mit Seilbahnen und einem Wanderbus verbunden. Dank der Super.Sommer.Card, die wir als Übernachtungsgäste bekommen haben, konnten wir Bergbahnen, Wanderbus und viele Kinderangebote ohne zusätzliche Kosten nutzen.

Das Wanderprogramm Abenteuerberge war speziell für Kinder ausgelegt. Unsere Kinder bekamen einen Abenteuerrucksack, der mit allerlei hilfreichen Dingen bestückt war: ein Fernglas, ein Magnetstab (der sich auch hervorragend als Laserschwert verwenden ließ, wie Jannick innerhalb kürzester Zeit heraus fand), eine Lupe und ein Kompass waren die Hilfsmittel, die den kleinen Detektiven helfen sollten, spannende Rätsel aufzuklären. Zu den Abenteuerbergen gehörten drei Wanderwege: Sturzflug in Serfaus, Hexenpfad in Fiss und Forscherpfad in Ladis. Für jeden Weg gab es ein kleines Heftchen, in dem die Geschichte zum Weg erzählt wurde und die Aufgaben gestellt wurden. Das Heftchen gab man nach der Wanderung ausgefüllt wieder beim Verkehrsbüro ab und erhielt dafür eine Urkunde. Die Abenteuerrucksäcke konnten wir gegen 50 Euro Pfand im Verkehrsbüro beliebig lange ausleihen.

SturzflugWeg in Serfaus
Der Weg war auch für Kinder problemlos zu finden, die Beschilderung war grandios. Die leuchtend gelben Schilder waren leicht zu entdecken und für alle, die noch nicht so gut lesen können, war ein Flugzeug daneben gezeichnet. Der Weg begann an der Mittelstation Komperdell, war gut befestigt und führte in etwa 2.000 Meter Höhe ohne große Steigungen rund um den Alpkopf. Es galt das Geheimnis um ein abgestürztes Flugzeug zu lüften. Wir wanderten durch lichten Wald, angefeuert von „macht schneller!“ und „warum seid ihr denn so langsam?“, entdeckten Flugzeugteile, abgeworfene Schatzkisten, an denen es galt, verschiedene Aufgaben zu lösen und fanden schließlich sogar das Flugzeugwrack. Unsere beiden kleinen Technikfreaks hatten ihren Spaß! Gemeinsam lösten sie den Fall und merkten dabei gar nicht, dass sie schon über anderthalb Stunden unterwegs waren.

Forscherpfad in Ladis
In Ladis war der Forscherpfad ab dem Ortszentrum ausgeschildert, wo wir auch schnell den ersten Wegweiser zum Forscherpfad entdeckten, der mit einem Lupen-Symbol ergänzt wurde. Im Vergleich zum Sturzflug-Weg ging es recht steil bergauf. Wir folgten dem Wasserwanderweg, der durch den Regen leider recht schlammig und durch die Steigung recht rutschig war. Bastian und Jannick kamen mit ihren Wanderschuhen problemlos voran, aber wir zwei Großen trugen dummerweise Schuhe mit weniger Profil, und somit wurde diese Wanderung für uns zu einer mittelprächtigen Rutschpartie. Entlang des Wasserwanderwegs waren immer wieder kleine Lupen-Hinweise auf den Forscherpfad angebracht – Idealerweise immer dann, wenn wir gerade anfingen, uns Gedanken zu machen, ob wir denn noch auf dem richtigen Weg wären. Nach etwa 45 Minuten hörten wir plötzlich einen Jubelschrei: die Jungs hatten den Anfang des Forscherpfads gefunden. Wir kramten die Forscherheftchen aus den Abenteuerrucksäcken und Bastian stürmte voran. Er wollte der Erste sein, der alle Aufgaben gelöst hat. In Windeseile arbeitete er sein Aufgabenheftchen durch und hatte kaum Augen für die liebevoll gestalteten Stationen. Sein einziges Ziel war, schneller als sein kleiner Bruder das Ende des Weges zu erreichen. Jannick hingegen machte sich daran, alle 18 Stationen zu erforschen, mit den fest installierten Lupen auch winzige Geheimnisse zu lüften und bestaunte die riesigen Nachbildungen von Pilzen, Pflanzen, Pfotenabdrücken und Tieren. Den väterlichen Erklärungen lauschte er gespannt und hatte sichtlich seinen Spaß. Als wir das Forscherhaus erreichten, fing es gerade mal wieder an zu regnen. Wir hatten uns definitiv keinen guten Tag für diesen Weg ausgesucht! Das Forscherhaus schmiegte sich an den Hang und war in zwei Etagen gebaut. Drinnen war es recht staubig, woraus wir schlossen, dass der Forscher wohl schon länger nicht mehr zuhause gewesen war, es gab jede Menge zu entdecken und Jannick wunderte sich laut, warum denn alles – selbst das Geschirr am Tisch – festgeschraubt wäre. Nach kurzem Aufenthalt machten wir uns wieder auf den Weg. Es regnete immer noch, der matschige Waldpfad wurde immer rutschiger und wir hatten Mühe, den Jungs zu folgen, die mit ihren Wanderschuhen problemlos voran liefen. Da zeigte es sich, wie wichtig gutes Schuhwerk bei nassem Wetter doch sein kann! Als wir die Nase echt schon voll hatten von der Rutschpartie – mehrere Male wären wir beinahe im Schlamm gelandet – erreichten wir das Ende des Forscherpfads und standen auf einer vergleichsweise gut befestigten Schotterstraße.

Hexenweg in Fiss
Für den Hexenweg fuhr man am besten mit der Schönjochbahn bis zur Mittelstation. Dort schickten wir wieder die kleinen Detektive aus, die den Hexenweg suchen sollten. Die Wegweiser mit dem Hexenbesen waren nicht schwer zu finden. Wir folgten einem Schotterweg bis zum Begrüßungsschild, das uns darauf hinwies, dass hier der Hexenweg begann. Unsere Heftchen verrieten uns die Geschichte: zwei Hexenkinder haben beim Hexen Mist gebaut. Das Ergebnis waren Möbel, die im ganzen Wald verstreut waren, und ein Hexenhaus, das nun leider auf dem Kopf stand. Den Weg wiesen viele gelbe Hexenbesen. Es lauerte so manche Überraschung auf die Besucher, man entdeckte überdimensionierte Möbel und andere Dinge aus dem Hexenhaus überall entlang des Weges und zwischendurch galt es ein paar Geschicklichkeitsaufgaben zu meistern. Der Hexenweg begann an dem Schotterweg und führte direkt in den Wald. Jannick machte am Anfang des Weges eine Entdeckung: „Da sind zwei Verkehrsschilder, die es bei uns zuhause nicht gibt!“ Die Piktogramme wiesen nämlich darauf hin, dass man weder mit Stöckelschuhen noch mit Buggies diese Wanderung in Angriff nehmen sollte. Die Qualität des Weges war dem Forscherpfad sehr ähnlich: er führte über weite Strecken durch den Wald, man kletterte über Wurzeln und manchmal ging es einige Schritte steil bergauf oder bergab. Es gab kleine Brücken und viele murmelnde Bächlein. Da es aber bereits zwei Tage nicht geregnet hatte, war der Weg im Gegensatz zum Forscherpfad weder matschig noch rutschig. Es machte darum auch bedeutend mehr Spaß durch den kühlen Wald zu wandern. Bastian und Jannick erforschten und entdeckten den gesamten Hexenwald. Da das Wetter diesmal schöner war als bei den beiden vorherigen Wanderungen, waren auch einige andere Familien unterwegs. Das störte die beiden aber in keinster Weise, sie waren fieberhaft dabei, die Rätsel um die beiden Hexenkinder zu lösen. Nach einiger Zeit verließ der Weg den Wald, man kam an der Kuhalm, einer Jausenstation mit Teich und Spielplatz, vorbei. Danach ging es über Wiesen weiter, bis man plötzlich vor dem verkehrten Hexenhaus stand. Das war trotz Kopfstand begehbar und bot eine tolle Gelegenheit für ungewöhnliche Fotos! Anschließend ging unsere Wanderung wieder zurück nach Fiss. Die Zeit war wie im Fluge vergangen und wir beeilten uns, den Wanderbus zu kriegen, da wir keine Stunde auf den nächsten warten wollten.

Murmeltierweg
Laut Beschreibung trifft man am Murmeltierweg auf Murmeltiere in freier Wildbahn. Erst fuhr man mit der Seilbahn aufs Komperdell, dann weiter hinauf mit der Lazidbahn. Oben am Bergrestaurant Lassida gab es einen genialen Spielplatz. Die ganz Kleinen spielten direkt auf der Terrasse des Restaurants, die etwas Größeren ein Stückchen weiter entfernt und unterhalb der Terrasse gab es noch einen Wasserspielplatz und ein Kneippbecken. Wahrscheinlich gab es noch mehr, es wimmelte nur so von Kindern – vermutlich waren alle Familien gerade beim Mittagessen, schließlich war es gerade 12:00 Uhr! Der Murmeltierweg war ganz anders als die Wege der Abenteuerberge: er liegt gut 300 bis 500 Meter höher, was man sofort an der Vegetation sah. Nach wenigen Schritten entdeckte ich den ersten Enzian – bis dato kannte ich diese Blume nur von Bildern! Der Weg führte über Geröllhalden und Schneefelder, manchmal teilte er sich auf in mehrere kleine Trampelpfade, die alle nicht breiter als 30 cm waren und sich an den Berghang schmiegten. Er war (zumindest bei Sonnenschein und trockenem Wetter) aber immer gut zu erkennen. Bei den Geröllfeldern wurde man von rot-weiß-roten Markierungen geleitet. Auf Schritt und Tritt hörte man Bäche murmeln, plätschern, blubbern, rauschen oder tosen – je nach Größe und Entfernung unterschiedlich. Auch auf dem Murmeltierweg waren viele Familien mit Kindern unterwegs. Die Dame im Verkehrsbüro hatte gesagt, dass der Weg etwa anderthalb Stunden dauert. Das musste sie irgendwie verwechselt haben, denn nach anderthalb Stunden erreichte ich den Furglersee, einen wunderschönen, idyllischen Bergsee. Dort entdeckte ich dann einen Wegweiser, dass es zurück bis aufs Komperdell anderthalb Stunden wären. An einer Informationstafel, die Wissenswertes aus dem Leben der Murmeltiere verriet, hörte ich plötzlich ein leises Rascheln hinter mir, und als ich mich umdrehte, saß keine 10 Meter entfernt ein Murmeltier, guckte mich aufmerksam an und mümmelte ein paar Grashalme. Es versteht sich von selbst, dass ich kaum zu atmen wagte! Eine Weile beobachtete ich das Tier beim Fressen, doch als sich andere Wanderer näherten, verschwand es flink zwischen den Felsen. Beschwingt ging ich weiter. Für mich hatte sich die Wanderung gelohnt. Die atemberaubende Aussicht von dort oben UND ein echtes wildes Murmeltier – mehr hatte ich mir gar nicht gewünscht! Kurz nach dieser netten Begegnung entdeckte ich einen Wegweiser für den Wallweg, der auch zur Möseralm führt. Kurz entschlossen ging ich in diese Richtung weiter und stellte schnell fest, dass dieser Weg zwar auch gut beschildert war, aber da es sich um keinen Familienwanderweg handelte, war er kaum frequentiert. Ich war quasi alleine auf der Almwiese, lediglich eine Kuhherde war noch da. Auf Kühe traf man übrigens immer wieder mal bei den Wanderungen. Die Wege führten über die Weiden, manche waren mit Elektrozäunen gesichert, manche nur mit Stricken. Die Tiere waren aber offensichtlich schon lange an Wanderer gewöhnt. Manchmal wurde man nicht mal eines Blickes gewürdigt...Meine Wanderung zur Möseralm bescherte mir noch ein weiteres Murmeltier. Ich hatte es wohl aufgeschreckt, denn es sprang vor mit über den Weg – und das in einer Geschwindigkeit und mit einer Leichtigkeit, wie ich sie diesen Tieren nie zugetraut hätte! Als die Möseralm in Sichtweite war, ging es steil bergab. Meine ungeübten Knie beschwerten sich bei jedem Schritt. Von der Möseralm kam man dann zu Fuß oder mit der Möseralmbahn nach Fiss.

Murmli-Club
Der Murmli-Club in Serfaus, der Mini&Maxi-Club in Fiss-Ladis und der Adventure-Club boten Unterhaltung für Kinder von drei bis 15 Jahren. Es gab unterschiedliche Altersgruppen, damit alle ihren Spaß hatten. Das jeweilige Tages-Programm war in den Verkehrsbüros erhältlich, wurde aber dem Wetter bei Bedarf angepasst. 

Bastian machte mit der Teens-Gruppe erst eine kleine Wanderung. Das Highlight dieser Aktion war laut Plan, dass Unbekannte Seile zwischen den Bäumen gespannt hatten, auf denen die Kinder von Baum zu Baum balancieren konnten. Das machte den Kindern auch Spaß, aber Bastians Fotos und Erzählungen zufolge gab es ein ganz anderes Highlight: die Kinder entdeckten im Wald Kröten und Kaulquappen, von denen nicht nur Bastian völlig begeistert war. Da es nach einiger Zeit zu regnen begann, wurden die Aktivitäten in eine Halle verlegt. Dort spielte Bastians Gruppe bis 16:00 Uhr Ballspiele.

Jannick sollte mit der Kids-Gruppe einen Tag als Bauer verbringen, im Heu spielen und einen Dialekt-Wettbewerb machen. Offenbar wurde das Programm komplett geändert, denn Jannick erzählte, sie hätten nur in der Halle „irgendwelche blöden Spiele“ gespielt – aber es war trotzdem toll und lustig. Was auch immer er mit „irgendwelchen blöden Spiele“ meinte – wenn es Spaß gemacht hat, können sie ja nicht sooo blöd gewesen sein! Beide hatten bei diesen Ausflügen Freunde gefunden, die im selben Hotel wohnten und die sie von da an abends oft trafen. Somit waren alle vollauf zufrieden mit dem getrennten Programm! Man musste also nicht jeden Tag gemeinsam verbringen...

Am Mittwoch ab 20:00 Uhr stand für Bastian und Jannick noch ein besonders aufregendes Abenteuer auf dem Programm: Schokoladenschmuggler sind in Serfaus unterwegs – so lockte der Murmli-Club. Das nächtliche Spiel führte die jungen Schmuggler kreuz und quer durch den Ort, es wurde geschmuggelt und verhandelt, was das Zeug hielt. Die Kinder mussten in einer Art Schnitzeljagd verschiedene Aufgaben lösen, und da der Andrang so groß war, waren gleich mehrere Kindergruppen unterwegs. Um 23:00 Uhr kamen dann die beiden mit leuchtenden Augen zurück. Begeistert berichteten sie von ihren Schmuggelerfolgen. Einziger Wermutstropfen: sie hatten keine Schokolade bekommen, mit der sie so fest gerechnet hatten.

Sennereiführung
Am Dienstag war ich schon früh auf den Beinen, denn ich hatte mich für die Sennereiführung am Komperdell angemeldet. Die Führung wurde über das Verkehrsbüro organisiert und fand immer dienstags morgens statt. Meine Gruppe traf sich an der Talstation der Seilbahn, fuhr gemeinsam den Berg hinauf und spazierte den kurzen Weg zur Sennerei. Dort angekommen bekamen wir eine kurze Einführung, mussten die hübsche weiße Schutzkleidung inklusive Mützchen und Schuhschutz anziehen und wurden dann in die Geheimnisse der Käseerzeugung und des Lebens auf der Alm eingeweiht. Entgegen meinen Erwartungen hat auch dort oben am Berg die EU mit ihren Vorschriften schon Einzug gehalten: der Betrieb wirkte nur nach außen ursprünglich – innen drin war er hochmodern und technisiert. Da die Arbeiten nicht alle in einer Stunde vorgeführt werden konnten, sahen wir nach der Besichtigung einen kurzen Film, der Geschichte, Alltag und Brauchtum veranschaulichte. Uns wurde frisch gemolkene Milch, frisches Brot und Käse aus eigener Erzeugung serviert. Es war einfach köstlich! Anschließend bestand die Möglichkeit an einer geführten Wanderung teilzunehmen, aber da ich andere Pläne hatte, fuhr ich wieder ins Tal.

Murmlitrail
Der Murmli-Trail war ein liebevoll gestalteten Weg für die jüngsten Wanderer, der an einen Märchenweg erinnerte: Murmli, der dicke Bär, die schlaue Eule und der Erzählbrunnen unterhielten die Kinder mit kleinen Geschichten. Es gab eine Rutsche, mit der man den Weg ein bisschen abkürzen konnte, Geschicklichkeitsspiele und allerlei andere niedliche Details.

Murmliwasser am Komperdell
Das Murmliwasser war ein genialer Abenteuerspielplatz mit einem großen Murmeltiergehege, einem ganz neuen Kleintiergehege, etlichen Wasserspielen, einem Floß, einer echten Hängebrücke, unter der ein tosender Bach den Berg hinabstürzte und vielem mehr. Bastian und Jannick vergaßen die müden Füße und stürmten voran. Wir holten sie beim Floß ein, an dem sich die Kinder an einem Seil über den kleinen See ziehen können. Bastian stand bis zu den Knöcheln im Wasser. Auf die Frage „Willst Du nicht lieber Deine Schuhe ausziehen?“ guckte er auf seine Füße, meinte „Ups, vergessen!“ und watete an Land. Wir blieben zwar noch einige Zeit, aber Schuhe und Socken wurden trotz Sonnenscheins nicht mehr trocken. Da ich inzwischen in einem kräftigen Rot leuchtete, suchte ich verzweifelt einen gemütlichen Platz im Schatten. Leider vergeblich. Die Sonnenschirme an der Imbissbude waren alle besetzt, die Strandkörbe ebenso, also kauerte ich mich in den Schatten einer kleinen Hütte und beobachtete von dort, wie die Kinder herumtollten und ihren Spaß hatten. An den Tagen mit Nieselregen, war das Murmliwasser wie ausgestorben gewesen, aber jetzt tummelten sich etliche Kinder, spielten, planschten und waren vergnügt.

Sommer-Funpark mit Fisser Flitzer, Fisser Flieger und Sky Swing auf der Möseralm
Der Sommer-Funpark auf der Möseralm ist ein riesengroßer Abenteuerspielplatz mit allerlei Attraktionen. Besonders aufgefallen sind mir der Wasserspielplatz, die Tubing-Bahn, der Schneepark und natürlich Fisser Flitzer, Fisser Flieger und Sky-Swing. Während die Jungs den Wasserspielplatz eroberten, kauften wir Tickets für den Fisser Flitzer.

Der Fisser Flitzer war eine Sommerrodelbahn, die auf einer Schiene 2.200 Meter ins Tal führte. Durch die Schiene war es nicht möglich, dass die Rodeln entgleisen. Außerdem saß man angegurtet im Rodel, was die Sache echt sicher machte. Leider konnte auch der Fisser Flitzer nur bei Trockenheit genutzt werden, da bei Regen die Bremsen relativ wenig Wirkung zeigten. Die Dame an der Einstiegstelle legte jedem von uns den Gurt an, erklärte kurz, wie man beschleunigte und bremste, und dann ging es los. Jannick startete als erster und verschwand in Nullkommanix aus unserer Sichtweite. Bastian traute sich als Zweiter auf die Strecke, aber so ganz geheuer war sie ihm nicht, weshalb Georg, der als Dritter startete, und ich ihn bald einholten. Auf der Strecke ins Tal passierte man ein Indianerdorf und verschiedene Tunnel, es ging mal steil bergab, dann wieder in eine scharfe Kurve, die Straße wurde mehrmals auf Brücken überquert und die eine oder andere Schrecksekunde erlebte man auch. Kurz vor dem Ende wurde man geknipst – wie beim Radar mit Geschwindigkeitsmessung – und kurz vor Schluss konnte man auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke gucken, wie schnell man sich den Berg hinabstürzte. Jannick wartete im Tal auf uns. Er war total begeistert. „Ich hab die ganze Zeit Vollgas gegeben!“ sprudelte es aus ihm raus. „Aber ab uns zu stand doch ein Schild, dass man bremsen soll“ unterbrach ich ihn. „Echt???? Hab ich gar nicht gesehen!“ Da war ich überzeugt, dass die Bahn richtig sicher ist, denn ich hatte immer gebremst an den empfohlenen Stellen und trotzdem die Fliehkraft ordentlich zu spüren bekommen! Weil es so viel Spaß gemacht hatte mit dem fiesen Flitzer, wie wir ihn heimlich nannten, hinunter zu sausen, fuhren wir mit der Seilbahn gleich noch mal auf die Möseralm und mit dem Flitzer ins Tal. Diesmal war Bastian schon bedeutend schneller und Jannick immer noch genauso Kamikaze-mäßig unterwegs. Im Anschluss an die Fahrt bewunderte natürlich jeder sein Radar-Foto auf dem Monitor, für drei Euro das Stück waren sie auch käuflich zu erwerben.

Der Fisser Flieger war eine Art Flugdrachen, der an einem Seil lief. Unten an diesem Drachen wurden bis zu 4 Passagiere angegurtet, der Drachen wurde am Seil den Berg hochgezogen, dann „flog“ man am Seil mit bis zu 80 km/h entlang und wurde am Ende wieder sanft abgebremst. Während des Flugs befand man sich bis zu 50 Meter über dem Boden. Das war eindeutig kein Spaß für mich, ich habe gern festen Boden unter den Füßen, aber Georg, Bastian und Jannick waren Feuer und Flamme! Natürlich gibt es auch vom Fisser Flieger Souvenirfotos, die ebenfalls für 3 Euro pro Stück gekauft werden konnten.

Die Sky Swing war eine Riesenschaukel – ich hätte so was ja eher auf der Kirmes vermutet als in den Bergen... Da unsere beiden Jungs noch zu jung waren, haben wir die Sky Swing gar nicht groß beachtet. Es gab ja auch genug andere Dinge zu sehen und zu machen.

Fazit:
Bastian und Jannick waren zum ersten Mal in den Bergen und der Urlaub hat nicht nur ihnen richtig viel Spaß gemacht. Wahrscheinlich werden wir jetzt jeden Sommer nach Serfaus, Fiss oder Ladis fahren müssen. Zu erkunden gab es auf jeden Fall noch eine Menge! In einer Woche konnte man zwar einen ersten Eindruck gewinnen, aber das Angebot für Familien mit Kindern war so unglaublich groß, dass man noch viele weitere spannende Tage verbringen kann und immer wieder Neues dabei ist.

Besonders gelungen waren die Abenteuerberge, da die Kinder durch die Aufgaben, die es zu lösen galt, gar nicht merkten, wie viel und wie weit sie schon gewandert sind. Sie vergaßen einfach alles drum herum! Wir konnten feststellen, dass selbst bei kurzen Strecken nach ein paar Minuten das Gejammer losging, doch sobald eine Aufgabe zu lösen war, keiner mehr an seine müden Füße dachte. Die Abenteuerberge vereinten spannende Erlebnisse für Kinder und Wandern in traumhafter Natur für Erwachsene. Ein geniales Konzept, an dem wir viel Freude hatten! Gegen 16:00 Uhr fuhren wir wieder ins Tal. Bastian und Jannick fieberten wieder dem Schwimmbad entgegen, Georg und ich eher dem Abendessen. Alle hatten wir wieder einen fröhlichen Tag erlebt und uns gar nicht anstrengen müssen beim Wandern. Dass man mit der Seilbahn den Berg hinauf- und hinunterfahren kann, machte die Ausflüge für uns Flachland-Indianer besonders attraktiv!

Mehr Informationen finden Sie auf http://www.serfaus-fiss-ladis.at/